Freitag, 16. August 2013

Ausnahmezustand

Weil's nun grad ganz aktuell ist, hier nun doch mal eine kleine Meldung von mir, für diejenigen, mit denen ich in den letzten Tagen keinen Kontakt hatte.

Während es in Kairo hoch hergeht und in Alexandria wohl auch nicht ganz harmlos zugeht, ist es hier in Agami verhältnismäßig ruhig. Zwar wird auch uns davon abgeraten, allzu große Touren zu machen, aber innerhalb unseres Viertels kann man sich frei bewegen, einkaufen, an den Strand. Nichtsdestotrotz habe ich mir einen kleinen Vorrat an Wasser und Lebensmitteln angelegt, falls es doch noch eng werden sollte. Auch an die Ausgangssperre hält man sich hier nicht wirklich. Gemeint bin natürlich nicht ich, sondern die Ägypter. Ich bleibe brav nach 19 Uhr zuhause, schon alleine, weil's dann dunkel ist und ich noch zu fremd, als dass ich mich dann sicher draußen bewegen kann. 

Was das ganze jetzt für die Schule bedeutet, weiß auch kein Mensch. Der neue Direktor sitzt in Deutschland fest und darf auf Anweisung von Köln vorerst nicht fliegen. Die ägyptische Schulleitung hält trotzdem am bestehenden Plan fest, mit der Ausnahme, dass die Gesamtkonferenz nicht am 18., sondern erst am 19. stattfindet. Allerdings ist der Direktor dann auch nicht da und mit ihm fehlen auch die Stundenpläne. Zwei Kolleginnen, deren Kinder auch auf der Schule sind, überlegen aktuell, ob sie ihre Kindern dann überhaupt mit zur Schule nehmen. 2011 war es wohl so, dass die Schule auch während der Revolution offen hatte, aber viele Eltern ihre Kinder nicht hingeschickt haben. Wie's weiter geht, man wird abwarten müssen.

Da es mir aber am Strand zu voll ist, und mir sonst langweilig, beginne ich jetzt doch mit der konkreten Unterrichtsplanung. Die Zeit wäre mir sonst zu schade.

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