Montag, 30. September 2013

Ausflug nach Rashid/Rosetta

Garten der Mühle Abu Schahin

Inneres der Mühle Abu Schahin

Mühle Abu Schahin - fehlt nur noch das Pferd

von Hand gefertigte Obst- und Gemüsekisten, die nach der Warenauslieferung direkt wieder weggeschmissen werden

Amasyali House (19. Jahrhundert) - dient heute als Museum

Rashid liegt direkt am Nil

Chef guck in die Luft...

nochmal der Nil

sehr leckeres Essen, dass Chef bezahlt hat - auch wenn man uns völlig übern Tisch gezogen hat

Rashid ist vor allem berühmt wegen dieses Steines - der Rosetta-Stein (mit dessen Hilfe die Entschlüsselung der Hieroglyphen gelang)

Fischfang auf dem Nil

eine Werft nach der anderen

Freitag, 27. September 2013

Endlich wieder Internet!

Endlich, geht's wieder - das Internet! Man merkt halt erst, wenn einem was fehlt, wenn es nicht mehr da ist. Oder zumindest nicht mehr so, wie man das als "normal" empfindet. Heißt guter Empfang, ständig erreichbar. Seit meinem letzten Eintrag lief das nämlich alles andere als normal. Wir dachten erst, dass meine Nachbarin/Vermieter/Kollegin/Freundin/Fahrerin vergessen hat, die Rechnung zu bezahlen. Nachdem das nachgeholt wurde (was schon ca. 3 Tage in Anspruch nahm, weil man das nicht einfach überweisen konnte, sondern mit irgendwem telefonieren musste und am Ende zu einem Laden fahren, wo man das Bar bezahlt), ging's aber immer noch nicht. Nun hatte ich ja nen Internetstick aus den Agami-Zeiten, der aber auch nicht wirklich funktioniert hat. Warum? Man weiß es nicht. Nachdem meine N/V/K/F/F dann erneut bei ihrem Telefon- und Internetanbieter telefoniert hat, kam man nach zwei Tagen zu dem Schluss, dass es an ihnen nicht läge. Also musste das Äquivalent zur Telekom benachrichtigt werden. Da kam auch irgendwann ein netter älterer Herr, der feststellte, dass das Kabel, welches uns mit der Außenwelt verbindet, wahrscheinlich vom Wind aus dem Telefonkasten gerissen wurde. Er könne aber nichts machen, weil die Nachbarn nicht da sind, auf deren Balkon er müsste, um das wieder in Ordnung zu bringen. Und was haben jetzt die Nachbarn damit zu tun? Und wie kann ein Kabel vom Wind herausgerissen werden? Weil unser Kabel über den Balkon der Nachbarn führt und dann irgendwie über irgendwelche Ecken und Balkone zum Telefonkasten führt, der 100 Meter weiter auf dem Bürgersteig steht. Er wollte am nächsten Tag wiederkommen, mit einem neuen Kabel, dass nicht über den nachbarlichen Balkon führt, sondern direkt mit dem Telefonkasten auf der Straße verbunden wird. Am nächsten kam er aber nicht. Auf die telefonische Rückfrage hin, erfuhren wir, dass er kein Kabel gefunden hat und deswegen erst am nächsten Tag kommen kann. Der nächste Tag war dann gestern und nach einer halben Stunde Arbeit in der Wohnung, auf dem Balkon inkl. lautem Rufen zum Kollegen, der am Telefonkasten stand, dann das Ergebnis: das alte Kabel ist nass. Woher das Wasser kommt, weiß natürlich auch niemand, aber es wurde aus der Wand gezogen, ein neues - trockenes - durchgezogen und auf einmal ging wieder alles. Sehr schön! Heißt für mich, ich kann jetzt endlich wieder skypen oder auch arbeiten. Ein wunderbares Gefühl!

Und weil ich heute noch einiges vorhabe, gibt's jetzt erstmal nur noch Bilder. Zum Beispiel von meiner neuen Wohnung:

Essecke, die vorwiegend zum Lernen der arabischen Sprache gebraucht wird

mein neuer Arbeitsplatz, ohne Meeresblick, dafür jetzt endlich mit Drucker

Arbeits- oder Wohnzimmer, was momentan im Chaos versinkt - ich muss dringend meine Sachen aufräumen!

Gästezimmer neben dem Wohnzimmer, das dann bei einem Besuch durch einen Vorhang abgeteilt werden kann

Schlafzimmer, bei dem das Bett viel bequemer ist als es vielleicht aussieht

theoretisch kann ich hier meiner Kochwut freien Lauf lassen - hab bisher aber noch nicht alle Knöpfe zum Einschalten der Flammen gefunden

Ausblick von der Küche und dem Essbereich...

Küche, die mittlerweile eine nagelneue Waschmaschine und Kühlschrank beherbergt (hier noch nicht zu sehen)
Letztes Wochenende waren wir in Marina, einem Badeort an der Nordküste, ca. 100 km von Alexandria entfernt. Wunderschön! Ruhig, idyllisch, herrliches Wasser:

Wasser da, Sonne da - mir geht's gut!

am Nachmittag doch noch einige andere Badegäste - hielt sich aber in Grenzen

so ruhiges und blaues Wasser - herrlich!

Schwager und Freund des Schwagers von meiner N/K/F/F/T/V ;-)

N/K/F/F/T/V - immer gut gelaunt
Morgen geht's nach Rosetta, irgendwas historisches ansehen und nächstes WE (da haben wir vier Tage am Stück frei) nach Marsa Matruh, einem Badeort ca. 300 km von hier entfernt. Es könnte mir schlimmer gehen ;-)

Montag, 16. September 2013

Endlich Schülerkontakt!



Puh…die ersten zwei (mit Elternsprechtag drei) Tage sind rum und ich weiß jetzt schon nicht wo mir der Kopf steht. Ich hoffe momentan sehr, dass es nur eine Frage der Gewohnheit und Routine ist und ich in ein paar Wochen meinen Rhythmus gefunden habe.

Momentan kann ich meiner Planungs- und Organisierungswut kaum gerecht werden. Zum Einen läuft’s in der Schule wirklich sehr chaotisch ab. Der neue Direktor entwickelt langsam Galgenhumor und ich versuche wenigstens die Stunden halbwegs zu planen. Es ist aber auch wirklich ungewohnt, mit was man sich als Klassenlehrer alles beschäftigen muss und erstaunlich, wie viel Zeit das in Anspruch nimmt. Da gibt man Schülern schon mal ne Stillarbeit, einfach weil man zehn Minuten braucht, um das Klassenbuch auszufüllen. Bisher habe ich weder das Geschichtsbuch von der einen noch von der anderen Klasse. Bei dem einen ist es nur ein organisatorischer Fehler der Verwaltung, dass ich keins bekommen habe, beim anderen warte ich noch auf die redigierte Vorlage, nach der ich dann die Bücher von meiner Klasse bearbeiten darf. Bilder ausschneiden, Texte schwärzen, ganze Seiten austrennen. Und warum? Weil in dem Buch ein Bild von Mohamed ist (was im Islam verboten ist) oder im Text steht, dass Mohamed sich von anderen Religionen hat beeindrucken lassen. Der Witz des ganzen ist, dass man das ganze schon letztes Jahr gemacht hat und keiner weiß, warum diese Bücher noch einmal bestellt wurden. Am Ende hat der Direktor beschlossen, dass das Thema überhaupt nicht behandelt wird, was aber an dem Schneiden, Kleben, Schwärzen des Buches nichts ändert. Es gab wohl einen Direktor in Kairo, der wegen so etwas Einreiseverbot und ein ewig langes Gerichtsverfahren hatte. Es gibt Dinge, die einem schwer fallen, zu begreifen…

Zum Anderen habe ich immer noch nicht alles so eingerichtet, wie ich das gerne hätte. Der Umzug an sich lief zum Glück super und seitdem ist eigentlich immer zu was anderes. Da glaubt man, heute Nachmittag schafft man ein paar Stunden was und dann kommt doch alles anders. Aber am Wochenende MUSS ich mit der Wohnung fertig werden und vor allem die Stunden für die kommende Woche planen. Unter der Woche gestaltet sich das sehr schwierig. Vor allem, weil am Mittwoch auch mein Arabischunterricht beginnt und die freie Zeit dann noch übersichtlicher wird. Aber ich möchte nach wie vor die Sprache lernen, tu’s ja quasi nebenbei schon (meine Nachbarin bringt mir jeden Tag ein Tier bei, z.B.), aber eben geordnet.

Letzten Freitag durfte ich dann auch erleben, wie es sich anfühlt, während einer Demonstration in der Stadt zu leben. Gesehen haben wir nichts, aber gehört ziemlich viel. War ein bisschen unheimlich. Erst ein Mann, der durch Lautsprecher zu irgendetwas aufgerufen hat und dann Menschenmassen die zurück geschrien haben. In unserer Seitenstraße (eine Querstraße von der Strandpromenade, wo der Demonstrationszug entlangzog) rannten plötzlich viele Männer, woraufhin mir meine Nachbarin erklärte, dass die zum Eingang der Seitenstraße rennen und diese sperren, damit der Demonstrationszug nicht rein kommt. Im Nachhinein habe ich gehört (und gelesen), dass auch das Militär da war und mit Tränengas geschossen hat. Laut Zeitungsbericht gab es einen Toten. Um mich muss man sich deswegen aber keine Sorgen machen. Solange die Gefahr solcher Aktionen besteht, bleiben wir Freitags in den Wohnungen. Gegen Anschläge ist man ja sowieso nicht geschützt, die können überall passieren, aber wenn die Muslimbrüder immer Freitag auf die Straße gehen, muss man ja nicht unbedingt an der Strandpromenade spazieren gehen…

Nichtsdestotrotz freue ich mich, dass die Schule endlich begonnen hat. Die Schüler sind auch sehr nett und wirklich diszipliniert. Ich hoffe, dass ich das nicht kaputt mache. Ein Beispiel: Es klingelt zur Pause – und typisch, Lehrer, es fällt mir noch etwas ein, was ich sagen möchte – und die Kinder setzen sich sofort wieder hin und sind ruhig! In meiner alten Schule hätte das niemanden mehr interessiert.

Na mal sehen, wie das alles weitergeht hier. Kurz und knapp: Mir geht’s super, bin dabei ein bisschen planlos, aber guter Dinge J

PS: Am WE gibt’s vielleicht Bilder von meiner neuen Wohnung.

Dienstag, 10. September 2013

Ägyptische Dramen

Vorneweg eine Frage: Seht ihr auch einen Schriftzug durchs obige Bild? Ich hab grad keinen Plan, wie ich das wegbekomme...

Der aktuelle Posttitel hätte vielleicht auch gut als Blog-Name gepasst. Wenn hier etwas passiert, ist das meist nicht nur strange, sondern nimmt auch immer sehr viel Zeit in Anspruch. Da wird stundenlang telefoniert (kein Wunder, so billig wie das hier ist) und jeder erzählt jedem was er/sie weiß. Das ist bei Kleinigkeiten so, aber auch bei größeren Geschichten.

Seit ca. 2,5 h beschäftigt mich demnach die neuste Geschichte: eine Kollegin wurde von einem Minibus angefahren und hat sich zwei Rippen gebrochen (oder angeknackst, so genau weiß ich das nach 2,5 h telefonieren auch nicht). Jetzt sitzt sie zu Hause, weint ohne Ende und will unbedingt das Land verlassen. Nun handelt es sich bei dieser Kollegin aber auch um eine spezielle Spezies. Und weil ich gar nicht wüsste, wo ich anfangen sollte, das zu erklären, beschränke ich mich auf die Tatsache, dass sie im Krankenhaus war und von dort versucht hat, alle anzurufen, von denen sie weiß, dass sie ägyptisch und deutsch sprechen. Und niemand ist ans Telefon gegangen... Ich glaube, das sagt schon einiges aus. Nun bin ich (leider) diejenige, die einen Zweitschlüssel für ihre Wohnung hat (den ich morgen abgeben wollte) und habe von der Chefin höchstpersönlich den Auftrag erhalten, morgen früh bei ihr nach dem Rechten zu sehen. Das Angebot, bei einer anderen Kollegin zu übernachten, schlägt sie aus, ebenso den Vorschlag einen deutschsprechenden Arzt vorbeizuschicken. Und warum verbringt man wegen so einer Geschichte so viel Zeit am Telefon? Weil eine der angerufenen Kolleginnen (meine zukünftige Nachbarin und Vermieterin) ein furchtbar schlechtes Gewissen hatte, weil sie nicht ans Telefon gegangen ist. Und weil man mit einer anderen Kollegin, die mich dann morgen mit dem Taxi von dort abholen soll, von Einem zum Anderen (Drama) kommt. 

Die hat nämlich gestern für mein persönliches Drama gesorgt, als sie auf dem kompletten Schulweg geweint hat. Weil sie so nen doofen Stundenplan hat, sie dann vor 17 Uhr nie zuhause ist und außerdem kein Geld hat, um das Taxi in Zukunft alleine zu bezahlen. Hatte ich das schon mal geschrieben? Ägypten verwirrt mich zunehmend... Das macht mir ja überhaupt kein schlechtes Gewissen *achtung ironie* Aber ich kann meine Wohnsituation ja nicht von anderen abhängig machen. Schlimm fand ich, ehrlich gesagt, dass das ganze Drama vor ihren Kindern ablief. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich als Kind mitbekommen hätte, wenn meine Eltern Probleme hatten. Gut, vielleicht hatten sie ja keine ;-) 

Naja, und jetzt verdrängt das eine Drama das andere Drama und das findet nicht jeder gut. 

Wie auch immer: ich habe hier sechs Koffer stehen (bei 3,5 Koffern bei der Anreise, ist mir ein Rätsel wo der Rest herkommt - nach heute genau 4 Wochen), muss morgen noch die Reste zusammenpacken, zum Bankautomaten gehen und um 7 Uhr bei der kranken Kollegin sein. Es verspricht - wieder einmal - ein aufregender Tag zu werden.

kulturelles Unverständnis

Ihr Lieben, jetzt stehe ich hier kurz vor meinem ersten Wutanfall aufgrund von kulturellen Differenzen - nett ausgedrückt. Aber irgendwie kam jetzt auch einiges zusammen.

In chronologischer Reihenfolge:

1. Gestern wurde über meinen Kopf hinweg entschieden, dass ich heute mit einer Kollegin zur Schule fahren sollte, weil die Kollegin, mit der ich mir eigentlich das Taxi teile, zum Passamt muss. Am Abend rief mich eine dritte Kollegin an, die mir nebenbei erzählte, dass sie heute auch mit der Kollegin fährt, der ich eben auch zugeteilt war. Auf meine Frage, ob denn dann im Auto überhaupt noch Platz für mich sei...Schweigen...nein. Weil dann der Kindersitz nicht mehr reinpassen würde. Und das Kind ja nicht auf den Schoß kann. Gut, die Kollegin wusste auch nicht, dass ich mitfahren sollte, trotzdem komisch. Nun ja. Hab ich meine ägyptische Chefin angerufen, ihr die Situation geschildert und ihr vorgeschlagen ich bleibe zuhause (dann hab ich wenigstens Zeit meine Sachen zu packen). Das geht ja natürlich überhaupt nicht und so habe ich ne Stunde mit Hinz und Kunz telefoniert, weil meiner Chefin immer mehr Möglichkeiten eingefallen sind, die am Ende alle nicht funktioniert haben. Erschwerend kommt hinzu, dass sich diese Frau keine Sachen merken kann und so verlief dann auch das Gespräch. 

Ein Auszug (stark gekürzt):

Chefin: ach, dann holt dich a. vom Passamt ab. Ich stelle euch dann eine Bescheingigung aus, dass ihr zu spät kommen dürft. (ohne diese Bescheinigung gibt's Lohnabzug für die Ortslehrkräfte)
ich: ok, ich ruf sie an und frage sie

ich rufe also a. an

ich: hey a., die Chefin meint, du sollst mich morgen vom Passamt abholen. Würdest du das tun?
a.: na klar hole ich dich ab. Aber ich nehme doch auch immer s1 und s2 mit.
ich: okay, das ist ein Problem. Ich rufe die Chefin noch mal an und frage sie, ob die beiden dann auch so eine Bescheinigugn bekommen.

Telefonat mit der Chefin:

ich: Hallo, wir haben ein Problem. a. nimmt doch morgens immer s1 und s2 mit.
Chefin: Aber das ist doch kein Problem, ihr passt doch alle ins Auto
ich: Ja, aber wir kommen doch dann alle zu spät.
Chefin: Ist doch nicht schlimm. Dann seid ihr halt statt um 9 um 9.30 da.
ich (zum x-ten Mal): Aber wir kommen dann nicht 9.30, sondern zwischen 11 und 11.30, weil ich erst um 10 Uhr beim Passamt bin...
Chefin: Achso...ok, dann bleiben Sie morgen zuhause und ich stelle ihnen eine Bescheinigung aus, dass sie fehlen durften.

Das mit der Zeit habe ich ihr in der ganzen Stunde, die das dauerte bestimmt 5x gesagt und sie verpeilte es jedes Mal aufs Neue. Weitere Vorschläge: Fahr doch mit C. - geht nicht, weil die auch mit der Kollegin fährt, die keinen Platz mehr hat; Was ist denn mit dem Taxifahrer von T.? - Das ist der, der die Kollegin zum Passamt fährt; Dann hole ich dich vom Passamt ab - okay, dann sei 10 Uhr da - ach um 10? Nein, um 10 Uhr muss ich in der Schule sein... Du meine Güte! 

Ganz ehrlich, wäre Unterricht und ich sinnvoll beschäftigt, hätte ich mir ein Taxi von der Straße genommen. Aber ich zahle ja keine 100 LE, nur damit ich 4 Stunden Kaffee trinken und quatschen kann. Und da verstehe ich auch ehrlich gesagt nicht die Aufregung...

2. Gestern war der Hauswart da, dem ich erzählt habe, dass ich ausziehe. Er freute sich, konnte sehr gut nachvollziehen, dass ich weiter in die Stadt möchte und meinte auf meine Frage, nach offenen Beträgen, dass ich nur noch die Nebenkosten zahlen müsste. Kam mir schon komisch vor. Heute morgen stand er wieder vor der Tür und erklärte mir, dass er gestern leider was getrunken (!!!) hatte und vergessen hatte, dass das doch ein Problem ist. Die Hauseigentümern hätte gerne die Saisonmiete...6000 LE, 4000 LE...was weiß ich. Geht nicht. Mach ich nicht. Mein Angebot, ihm den September noch die Miete von 2000 LE zu zahlen, steht ja nach wie vor, aber übertreiben werde ich's auch nicht. Zumal ich noch nicht mal nen Mietvertrag habe oder Kaution gezahlt habe. Jetzt telefoniert eine Kollegin mit der Vermieterin und klärt das - insha'allah!

3. Als ich die Kollegin anrief, um sie zu bitten, dass sie die Vermieterin anruft, kam sie gerade aus dem heutigen Meeting. Dort haben die Kolleginnen erfahren, dass wir am Donnerstag in die Schule sollen, weil die Bücher für die Schüler sortiert und ausgeteilt werden müssten. Die Bücher sind allerdings schon seit Tagen da. Warum man die nicht schon längst sortiert und ausgeteilt hat? Weil Schulbücher hier natürlich Chefsache sind und die Chefin leider keine Zeit hat. Seit drei Wochen sind wir in der Schule, es war von Anfang an klar, dass die Donnerstag frei sind, weil wir ja eh nix zu tun haben. Und jetzt soll der Donnerstag auf einmal nicht mehr frei sein, weil man hier nicht in der Lage ist, Schulbücher auf einem einfacheren Weg auszuteilen?! Davon abgesehen, dass wir ja auch am Samstag in die Schule müssen, um die Eltern zu begrüßen (deren Kinder ich noch nicht mal kenne), wollte ich am Donnerstag umziehen. Das stand fest!

Lange Rede, kurzer Sinn (ich muss langsam weiterpacken): ich ziehe jetzt morgen nach der Schule um. Heißt dann zwar 4 Stunden Taxifahrt an einem Tag, aber dann kann's mir egal sein, ob wir Donnerstag Bücher stapeln oder nicht. 

Bisher war ich ja sehr entspannt, was diese Mentalität angeht, aber grad eben regt's mich nur auf. Bei Gelegenheit muss ich hier mal schreiben, wie's um die Kommunikation an der Schule zwischen dem Schulleiter und der ägyptischen Chefin bestellt ist. Der Schulleiter machte diese Woche nämlich auch schon mal den Eindruck, als hätte er jetzt schon keine Lust mehr. Verübeln kann ich's ihm nicht. Da läuft einiges falsch. Als Lehrer hat man ja immerhin die Möglichkeit, einfach in der Klasse zu bleiben und alles andere zu umgehen. Das funktioniert bei ihm leider nicht. 

Naja, ab Sonntag sind dann die Schüler da, dann geht's aufwärts!

Sonntag, 8. September 2013

1. Umzug

Nachdem mein Tagesausflug nach Alex ja schon gewisse Tendenzen erkennnen ließ, habe ich mich heute - nach der Bekanntgabe der Stundenpläne - spontan dazu entschlossen, nach Alexandria zu ziehen. Ich weiß, ich werde den Strand vermissen - oder besser gesagt: die Möglichkeit, den Strand zu besuchen. Aber am Ende ist es doch besser für mich. Ich bin unabhängiger, lerne eher die ägyptische Sprache, die ägyptischen Einwohner und das ägyptische Großstadtleben kennen, als in einem Vorort, in dem zwar auch Ägypter leben, aber in dem es doch ganz anders zugeht, als in der Stadt. Ich weiß auch, dass ich wohnungstechnisch einen Schritt rückwärts gehe, gleichzeitig preislich aber nach oben (wobei es sich "nur" um 500 Pfund Mehr-Miete handelt) und in der Stadt eher Einschränkungen unterworfen bin, als hier, aber das nehme ich gerne in Kauf, wenn ich dann auch etwas vom ägyptischen Leben mitbekomme. Und weil hier das Leben manchmal viel spontaner ist, ziehe ich auch schon am Donnerstag um. Morgen muss ich mit meinem Hauswart reden - davor graut mir, aber hilft ja nix. 

Bisher ist mein Stundenplan übrigens sehr genial. Sonntag drei Stunden (bis 10.05 Uhr), Montag fünf Stunden, Dienstag und Mittwoch sechs, nur am Donnerstag durch die AGs acht Stunden. Meine bisherige Taximitfahrerin hat jeden Tag acht Stunden, die ich dann auch abwarten müsste, wenn ich in Agami wohnen bliebe. Will ich nicht, auch wenn sie jetzt alles andere als begeistert ist. Aber davon kann ich mein Leben ja nicht abhängig machen. 

Mal so als Vergleich:

Mein neuer Schulweg: klickst du hier

Mein alter Schulweg: bitte hier klicken

Übrigens lebe ich dann in der Nähe eines sehr beliebten Postkartenmotivs von Alexandria:


Wer sich für Einzelheiten interessiert, muss bei Google einfach mal "Stanly (bridge) Alexandria" eingeben. Aber ich werde dann sicherlich auch Fotos machen und hier veröffentlichen. Wird bestimmt ganz anders, als hier. Nicht besser und nicht schlechter - anders.

Die 400 Meter lange Stanley Brücke erhebt sich stolz an der Stanley Bay in Alexandria.. Etwas weiter entlang der Corniche können Sie Zeuge des alexandrinischen Lebensstils werden und alte Männer beim Backgammonspiel und die schlendernde Jugend vor der nächtlichen Skyline Alexandrias aus einem der nahen Cafés beobachten.

Unterhalb liegen der Hafen, der Stanley Beach und die Brücke mit ihren eleganten Türmen. In dieser Gegend gibt es zahlreiche traditionelle und internationale Cafés. Am besten besuchen Sie dieses Viertel an einem Sommerabend bei klarem Himmel, wenn der Sonnenuntergang noch inspirierender ist als sonst. Dann können Sie hier perfekte Fotos von der gesamten Küste Alexandrias machen. - See more at: http://de.egypt.travel/attraction/index/stanley-bridge#sthash.73kRTcKH.dpuf


Die 400 Meter lange Stanley Brücke erhebt sich stolz an der Stanley Bay in Alexandria.. Etwas weiter entlang der Corniche können Sie Zeuge des alexandrinischen Lebensstils werden und alte Männer beim Backgammonspiel und die schlendernde Jugend vor der nächtlichen Skyline Alexandrias aus einem der nahen Cafés beobachten.

Unterhalb liegen der Hafen, der Stanley Beach und die Brücke mit ihren eleganten Türmen. In dieser Gegend gibt es zahlreiche traditionelle und internationale Cafés. Am besten besuchen Sie dieses Viertel an einem Sommerabend bei klarem Himmel, wenn der Sonnenuntergang noch inspirierender ist als sonst. Dann können Sie hier perfekte Fotos von der gesamten Küste Alexandrias machen.
- See more at: http://de.egypt.travel/attraction/index/stanley-bridge#sthash.xqcxMSJK.dpuf
Die 400 Meter lange Stanley Brücke erhebt sich stolz an der Stanley Bay in Alexandria.. Etwas weiter entlang der Corniche können Sie Zeuge des alexandrinischen Lebensstils werden und alte Männer beim Backgammonspiel und die schlendernde Jugend vor der nächtlichen Skyline Alexandrias aus einem der nahen Cafés beobachten.

Unterhalb liegen der Hafen, der Stanley Beach und die Brücke mit ihren eleganten Türmen. In dieser Gegend gibt es zahlreiche traditionelle und internationale Cafés. Am besten besuchen Sie dieses Viertel an einem Sommerabend bei klarem Himmel, wenn der Sonnenuntergang noch inspirierender ist als sonst. Dann können Sie hier perfekte Fotos von der gesamten Küste Alexandrias machen.
- See more at: http://de.egypt.travel/attraction/index/stanley-bridge#sthash.xqcxMSJK.dpuf
Die 400 Meter lange Stanley Brücke erhebt sich stolz an der Stanley Bay in Alexandria.. Etwas weiter entlang der Corniche können Sie Zeuge des alexandrinischen Lebensstils werden und alte Männer beim Backgammonspiel und die schlendernde Jugend vor der nächtlichen Skyline Alexandrias aus einem der nahen Cafés beobachten.

Unterhalb liegen der Hafen, der Stanley Beach und die Brücke mit ihren eleganten Türmen. In dieser Gegend gibt es zahlreiche traditionelle und internationale Cafés. Am besten besuchen Sie dieses Viertel an einem Sommerabend bei klarem Himmel, wenn der Sonnenuntergang noch inspirierender ist als sonst. Dann können Sie hier perfekte Fotos von der gesamten Küste Alexandrias machen.
- See more at: http://de.egypt.travel/attraction/index/stanley-bridge#sthash.xqcxMSJK.dpuf

Samstag, 7. September 2013

Ein guter Tag!

Heute durfte ich mal ein bisschen Stadtluft schnuppern und mir vorstellen, wie es wäre, direkt in Alex zu wohnen. Nicht, dass ich deshalb einen Schritt bei der Wohnungssuche weiter bin, aber nun ja. 

Unter anderem stand Sightseeing auf dem Plan. Mehr als die Pompeiussäule haben wir allerdings nicht geschafft. Danach gab's ziel- und planloses Schlendern durch die Straßen, das Buchen zweier Tauchgänge am Freitag (insha'allah) im Hafenbecken von Alex, Fischessen in einem netten Restaurant und zum krönenden Abschluss des Tages das Buchen meines Tauchurlaubs im Oktober. Was will man mehr...?




mein Vater würde sagen "...und noch mehr Steine"



historische Stätte mitten in der Stadt - aber menschenleer...

dafür in ganz Alex lauter kleine Babykatzen

Morgen steht dann das Passamt und eine Geburtstagsfeier auf dem Plan, für die mir noch das Geschenk fehlt... :-(

Donnerstag, 5. September 2013

Das Gute an drei Wochen Vorbereitungszeit...

...ist, dass wir ohne Probleme ein verlängertes Wochenende genehmigt bekommen haben. Und trotz meiner noch laufenden Überlegungen doch nach Alex zu ziehen, gefallen mir solch freien Vormittage doch ausgesprochen gut. 

Denn wo komme ich gerade her? Vom Strand natürlich! Und weil die ägyptische Uhr anders tickt, als die europäische, ist es am Vormittag (bis ca. 14/15 Uhr) am Strand auch richtig schön leer. Man kann sich entspannt seinen Platz suchen und im Meer ist auch noch genug Platz zum Planschen. Schwimmen kann man ja leider nicht, da der Wellengang doch ganz schön hoch und die unterschwellige Strömung unberechenbar und stark ist. Macht aber nix. In solchen Momenten muss man sich wirklich vor Augen halten, was für ein Luxus das ist: Badesachen an, Handtuch eingepackt und 5 Minuten später im Mittelmeer. Toll! Und der Tag ist noch nicht mal halb rum :-)

Mein Highlight der Woche war allerdings ein kleines Fiasko mit meiner Visakarte. Da meine Kollegin und Taximitfahrerin nach der Schule noch einkaufen wollte, dachte ich, ich nutze die Chance auf den Besuch beim Geldautomaten. Ab und an kommt man da ja nicht drum rum. Da der Besuch aber sehr spontan kam, um mich rum typisch ägyptische Lautstärke herrschte und ich die Karte erst seit drei Wochen benutze, habe ich fröhlich gleich 5 mal die falsche PIN eingegeben. Das Dumme ist, dass ich den Fehler durchaus erkannt hätte, wenn der Automat mich darauf hingewiesen hätte. Hat er aber nicht. Zuhause bemerkte ich dann den Fehler und versuchte einen Tag später - gestern - erneut mein Glück mit der richtigen PIN. Naiverweise dachte ich, die Karte kann gar nicht gesperrt werden, wenn mir der Automat nichts sagt. Geht aber wohl. Aber - alhamduliläh - hat eine Freundin eine Freundin bei der Bank, die in sage und schreibe fünf Minuten die Sache regelte und meine Karte wieder entsperren ließ. Was war ich da froh! Denn mit 80 Pfund (8,70 Euro) kommt man selbst hier in Ägypten nicht weit. Zur Feier des Tages konnte ich mir dann doch noch meine neu entdeckten und heiß geliebten Datteln kaufen (plus Weintrauben 18 Pfund = 1,95 Euro > teuer, weil den falschen Verkäufer erwischt). 

Ich weiß nicht, ob's frische Datteln auch in Deutschland gibt. Wenn ja, unbedingt mal probieren:



Es gibt auch rote Datteln, die soll man allerdings erst nach dem ersten Regen, der hier auch Dattelregen genannt wird, essen. 


Was ich aber gerade entdeckt habe, ist ein Wasserkanister mit 7 Litern Trinkwasser für nur 7 Pfund (76 Cent). Wirklich gut schmeckend und gibt's gleich um die Ecke. Da werde ich wohl jetzt öfter mein Wasser kaufen.

Der weitere Plan für's verlängerte Wochenende lautet nun bis morgen Abend arbeiten (wenn nicht wieder der Strand dazwischen kommt) und am Samstag mit dem Schulleiter und zwei Kolleginnen die Stadt unsicher machen. Mit meinem neugewonnenen Reichtum kann ich mich jetzt auch richtig drauf freuen.

Montag, 2. September 2013

Vorbereitungswoche II oder: das Chaos zeigt langsam sein Gesicht

Nun hat heute die zweite Vorbereitungswoche begonnen und entgegen der Informationen von letzter Woche, steht uns auch noch eine dritte Vorbereitungswoche bevor. Der ägyptische Schulminister hat einen Schulbeginn vor dem 14.9. verboten und nachdem klar wurde, dass wir auch keine Ausnahmegenehmigung bekommen, muss man sich langsam Gedanken machen, was man den ganzen Tag in der Schule anstellen kann. Ohne Schüler. Ohne Arbeitsbereich. Ohne Bücher. Ohne Plan.

Den Direktor in der gestrigen Konferenz darauf angesprochen, war ich mal wieder die Einzige, die ihren Wunsch nach freien Tagen geäußert hat. Und mit freien Tagen meine ich nicht den Donnerstag und das Wochenende. Sondern richtig frei. Ne Woche, oder so. Naja, daraus wird nix. Der Schulleiter vertraute mir heute im Vier-Augen-Gespräch an, dass das nicht in seiner Macht stünde. Und die ägyptische Verwaltung hat die Vorstellung, dass wer bezahlt wird, auch anwesend zu sein hat. Dass das bei Lehrern vielleicht nicht ganz so ist, sieht man hier nicht so. Und so trinke ich eben weiter Kaffee, quatsche und rauche mit den Kolleginnen. Notfalls auch den ganzen Tag. Wobei ich heute tatsächlich Tische in meinen Klassenräumen hatte und dementsprechend räumen konnte. Wie man mit den Tischen umgehen soll, von denen kein einziger nicht wackelt, weil sie krumm und schief sind, konnte mir noch niemand sagen.

Dann gab's eine erneute Änderung der Stundenverteilung, weil am Wochenende die noch fehlende deutsche Kollegin abgesagt hat. Sie glaubt nicht mehr an die Sache. Gut, dann muss man wohl wirklich in Deutschland bleiben. Sie läuft jetzt erstmal den Jakobsweg. An sich ja ne schöne Sache, aber ob's davon besser wird? Der Direktor war wohl richtig wütend, hatte er doch am Donnerstag die Stundenpläne fertig. Nun hieß es für ihn umplanen, umschichten, umorganisieren. Und weil ich mit meinen 18 Stunden ja relativ wenig "normalen" Unterricht hatte, war mir durchaus klar, dass da noch einiges auf mich zukommt. Nach einigem Hin und Her, bekomme ich jetzt nur noch die 7. Klasse in Deutsch dazu. Und die 7. als Klassenlehrerin, zusätzlich zur 6. Vorteil ist, dass der Direktor jetzt erstmal ein super Bild von mir hat (mal sehen, wie lange noch) und dass die Klassen so klein sind, dass es sich vom Korrekturumfang in Deutsch hoffentlich in Grenzen hält. 20 Schüler in beiden Klassen. So wenige Schüler hat man in Deutschland noch nicht mal in einer Klasse. 

Auch schön zu wissen, dass der Direktor hinter einem steht. Denn die ägyptische Verwaltung kam heute morgen auf mich zu, mit dem Auftrag meine Klassenräume zu "schmücken". Mit Plakaten o.ä. Aber ich will keine Plakate aus dem letzten Jahr aufhängen. Die Schüler sollen ja im Laufe des Jahres selbst an der Gestaltung beteiligt sein. Leere Klassenzimmer mag aber der Schulträger nicht. Ist das mein Problem?! Jedenfalls habe ich von diesem Gewissenskonflikt dem Direktor erzählt und der sagte direkt, ich solle es so machen, wie ich das für richtig halte. Er kümmert sich drum. Sehr gut!

Habe ich schon erwähnt, dass ich gerne ne Woche frei hätte?! Jetzt hatte sich schon die Idee festgesetzt, ne Woche tauchen zu fahren. Die Idee wieder loszulassen, fällt mir zugegeben sehr schwer. Nicht, dass ich nicht arbeiten möchte, aber langsam geht einem halt die Arbeit aus. Die Lehrer der anderen Schule fahren nächste Woche z.T. in die Wüste, ein anderer ist in Kairo bei Freunden - so hätte ich das auch gerne! Ach ich merke schon, ich muss mich von der deutschen Neidkultur befreien ;-)