Nun komme ich gerade aus Kairo zurück. Das fünfte Mal im Februar. Und so sehr ich diese Stadt mittlerweile mag, kann ich sie jetzt erstmal nicht mehr sehen. Wobei nicht die Stadt zu nerven beginnt, sondern der Weg dorthin. Desertroad rauf und runter. Der Weg vom Alexandria Stadttor in die Stadt ist das Schlimmste. Gefühlte drei Stunden sieht man die Skyline und kommt ihr einfach nicht näher. Nervenaufreibend. Leider haben wir für heute aber auch versäumt, dass Zugfahren viel angenehmer ist. Da hat man nur die Strecke vom bzw. zum Bahnhof, die Fahrt an sich ist super entspannt. Erste Klasse, d.h. große Sitze, viel Beinfreiheit und geraucht werden darf auch. Nun ja, vielleicht nicht ganz offiziell, tut aber trotzdem jeder. In zwei bis drei Stunden kommt man völlig entspannt an und wenn man nicht ausgerechnet ins Randgebiet muss, ist die Taxifahrt zum Zielort auch entspannt. Beim nächsten Mal dann... Wobei das nächste Mal in zwei Wochen sein wird, im Schlepptau zwei Kinder, auf dem Weg zum Vorlesewettbewerb. Ist vielleicht auch keine allzu gute Idee...
Letzte Woche habe ich dann endlich zum ersten Mal die Pyramiden gesehen. Vom Nahen, aus der Sicht eines Kamels. Naja, auf der Sichthöhe eines Kamels, besser gesagt. Eigentlich bin ich kein großer Freund von dieser Touriattraktion, aber irgendwie gehört's dann auch dazu. Und weil wir ja Einheimische sind, mussten wir keine 50 Euro zahlen, sondern nur 12. Auch wenn der Kamelführer mich ein wenig irritiert anschaute, als meine Freundin meinte, wir leben beide in Ägypten. Sehe ich etwa immernoch nicht so aus?! Muss vielleicht doch ein Kopftuch her :-)
Eine lustige Geschichte, bevor ich für heute schon wieder aufhören muss: In meiner siebten Klasse kamen die Schüler gestern auf schreiende Lehrer. Irgendjemand erwähnte mit fragender Stimme meinen Namen, sagen die Mädels direkt, nein, nicht Frau W., die ist lieb. Zwei Stunden später hatte ich in meiner sechsten Klasse Unterricht. Erst eine Arbeit, dann die Organisation des Faschingsfrühstücks, die Kinder waren wie ein Haufen Flöhe. Musste ich doch mal schreien. Auch wenn das vielleicht schwer vorstellbar ist, aber es war ein freundliches Schreien ;-) Jedenfalls hatte ich nicht mitbekommen, dass unser Fenster zum Flur offen stand. Die Folge? Nach der Stunde stand die Hälfte meiner 7. Klasse vor der Tür, kam rein, umarmte mich, mit den Worten "Oh, arme Frau W., wie haben sie bis zu uns gehört!" Und schmissen sich fast weg vor Lachen. Man soll's halt nicht beschreien :-)
Egal! Ist grad alles ein bisschen anstrengend. Gestern saß ich zwei Stunden mit dem Schulleiter zusammen, um die Schulbuchliste für nächstes Jahr durchzugehen. Als nächstes müssen die Bücher gezählt werden, die wir noch irgendwo rumliegen haben. Und Lektüre für Deutsch in der Mittelstufe ausgesucht werden. Und Vergleichsarbeiten in der 6. Klasse stehen an, genauso wie der Vorlesewettbewerb. Ums Visa für Osterreich sollte ich mich vielleicht auch langsam mal kümmern Die Veranstaltung heute diente der Vorbereitung für die mündliche DSD I-Prüfung (Deutsches Sprachdiplom), die Ende März ansteht und bei der ich den Vorsitz habe. Ich, als Nicht-Deutschlehrerin! Haben uns ein Video angeschaut und danach kamen so Fragen, wie, hat die Schülerin reflexive Verben, Infinitiv, Aktik/Passiv, blablabla benutzt? Weiß ich doch nicht! Naja, ein paar Sachen kenne ich mittlerweile, aber ich muss mich da definitiv vorher noch mal mit auseinandersetzen. Vor allem, weil ich heute erfahren habe, dass ich eventuell, vielleicht für einen Tag an eine andere Schule muss, um dort auch den Prüfungsvorsitz zu übernehmen, weil die eigentliche Vorsitzende einen wichtigen Termin mit meinem Schulleiter hat. Mish mushkilla, alles kein Problem...
Aber jetzt ist erstmal Wochenende! Und vielleicht läuten wir die Badesaison ein :-)