Montag, 29. Juli 2013

Zwei Koffer und eine Frau

Nachdem es nun doch stark auf das Ende bzw. den Anfang zugeht, muss ich mir langsam Gedanken machen, was ich alles mitnehmen möchte und was besser hier bleibt. Die Fakten: zwei Koffer á 23 kg sind möglich. Zur Not ginge auch ein Gewicht von 30 kg, dann eben mit Übergepäckzuschlag. Mit Schulsachen und ausgewählten Klamotten sind die Koffer voll. Es fehlen: Schuhe, Hygieneartikel, technisches Gerät und hausgemachte Marmelade. Hm...

Ich weiß, dass ich Sachen einpacke, die ich in Alexandria nicht brauche. Nur wäre es schön, diese Sachen schon jetzt als solche erkennen zu können. Aber ich bin guter Dinge, dass es irgendwie noch funktioniert mit mir und den Koffern!

Mein Mantra in den nächsten 12 Tagen: Ich fliege nicht ins ägyptische Hinterland...ich bekomme dort alles, was ich brauche...ich fliege nicht ins ägyptische Hinterland...ich bekomme dort alles...

Freitag, 26. Juli 2013

Alles nicht so einfach

Ich habe gerade ein Sprichwort aus Tschechien gelesen, welches behauptet "Mit jeder neu gelernten Sprache, erwirbst du eine neue Seele". Gut, so wahnsinnig viele Seelen konnte ich mit meinen kläglichen Spracherwerbsversuchen wohl noch nicht erobern, aber die arabische Sprache liegt mir jetzt schon am Herzen. Immerhin möchte man sich ja halbwegs in der neuen Heimat auf Zeit verständigen können und nichts ist schlimmer, als wenn Menschen miteinander reden, man daneben steht und kein Wort versteht. Irgendwie hat man dann immer das Gefühl, als würde über einen selbst gesprochen. Aber leider ist es jetzt schon absehbar, dass der Weg bis zum halbwegs passablen Verstehen (geschweige denn Mitreden) ein langer wird. Trotzdem versuche ich es immer wieder, schaue in meine Wörterbücher (ohne mir auch nur ein einziges Wort zu merken) und rede mir beständig ein, dass wenn ich einmal da bin, es schon irgendwie wird. Welcher Art genau der Unterricht dann vor Ort sein wird, weiß ich zwar noch nicht, aber lernen möchte ich auf jeden Fall. Noch hoffe ich ja auf die alte Frau, die mir im Mai begegnet ist und mir mitten auf der Straßen die Redefloskeln für "Guten Morgen" beigebracht hat. 

Worüber ich aber eigentlich schreiben wollte, ist eine geschriebene Unterhaltung mit einer meiner ehemaligen Schülerinnen, die aus Marroko oder Tunesien stammt. Die schrieb mir nämlich heute irgendwas auf Arabisch mit anschließender Frage nach meinem Befinden (auf Deutsch). Ich habe eine gefühlte Ewigkeit gebraucht, um Buchstabe für Buchstabe in die lateinische Schreibweise zu übersetzen und war schon ein bisschen stolz, dass ich ein Salam alaikum entziffern konnte. Leider verwehrte mir meine arabische Handytastatur eine Antwort in ebenfalls arabischen Buchstaben, aber der Wille zählt bekanntlich. Nachdem sie mir dann schrieb, sie ginge jetzt wieder schlafen, hat mein Handy meinem Wunsch folge geleistet und so konnte ich ihr auf arabisch eine Gute Nacht wünschen. Nun war ich zwischenzeitlich unterwegs und bemerkte nebenbei, dass sie mir wieder etwas auf arabisch geschrieben hatte und sah mich schon eine halbe Stunde das Wörterbuch wälzen. Aber siehe da, ein genauerer Blick und ein Übersetzen der ersten drei Buchstaben (ohne Wörterbuch!) gab den Blick auf ein "Danke schön" frei und ich bin stolz wie Bolle, es in weniger als fünf Minuten und ohne Wörterbuch erkannt zu haben. Wäre ich in der Lage gewesen, das arabische "Gern geschehen" auch so schnell und ohne Hilfe zu schreiben, wäre das unfassbar gut gewesen. So gebe ich mir aber trotzdem noch eine 2+ und freu mir ein Loch in den Bauch :-)

Vielleicht sollte ich es auch mal mit den Teletubbies auf arabisch versuchen, da lernt man innerhalb der ersten anderthalb Minuten immerhin schon die Zahlen bis 4:


Sonntag, 14. Juli 2013

80/20-Regel

Im letzten Jahr hat mir ein damaliger Kollege in meiner Küche bei einem Glas Wein die 80/20-Regel erläutert. Mit 20% Einsatz erledigt man 80% der Arbeit, die restlichen 20% der Arbeit benötigen 80% der Leistung. Die Frage ist demnach, ob sich 80% Leistung für den doch relativ geringen Ertrag lohnen. Er persönlich kam zu dem Schluss, diese Regel sei für ihn perfekt und fuhr damit auch ganz gut. Dass er am Ende das Referendariat schmiss, wird damit wohl nichts zu tun haben ;-)

Mir fiel das heute wieder ein, weil ich tatsächlich mit der konkreten Stundenplanung begonnen habe, nachdem mir eine zukünftige Kollegin geschrieben hat, wie weit sie in Geschichte mit zwei meiner zukünftigen Klassen kam. Ganze zwei Stunden habe ich geplant - in ca. vier Stunden. Nun stellt sich die Frage, wie ich das mit einer 27-Stunden-Woche organisieren soll. Das wären immerhin 54 Stunden Vorbereitungszeit zuhause plus 27 Stunden in der Schule, sagen wir 30 inkl. der Pausen, plus 10 Stunden Taxifahrt plus 49 Stunden Schlaf plus 7 Stunden im Bad, Essen kann man nebenher plus, sagen wir, 2 Stunden Einkaufen. Bin ich bei 179 Stunden in der Woche. Wie viele Stunden hat eine Woche...ach Mist, da brauche ich doch nen Taschenrechner...168 Stunden. Hm...das gibt ein Problem, vor allem, wenn dann die Zeit der Klassenarbeiten beginnt, die kontrolliert werden müssen.

Okay, ich baue ehrlich gesagt ein bisschen auf Mathe. Da muss ich keine bzw. wenig Fachwortarbeit machen (eins meiner heute erstellen Arbeitsblätter hat 14 Zeilen Quellentext und dazu 11 begriffsklärende Fußnoten) und lass die Schüler einfach rechnen, rechnen und nochmal rechnen. Die Koch-AG muss auch nicht groß vorbereitet werden, außer der Einkauf der Zutaten natürlich. Sind immerhin schon mal 12 Stunden, die aus der obigen Rechnung gestrichen werden können. Bzw. deren Vorbereitungszeit. Sind aber immernoch 155 Stunden, die verplant sind. 

Es hilft nichts, ich muss an meinem Zeitmanagement arbeiten, wenn ich jedes zweite Wochenende frei haben möchte. Vielleicht schau ich mir die 80/20-Regel noch mal genauer an :-)

Freitag, 12. Juli 2013

noch 29 Tage

Nun sind's noch 29 Tage, die mich von Alexandria trennen. Komisches Gefühl... Aber auch aufregend und spannend und kaum zu erwarten. Ich will endlich wieder (richtig) arbeiten, einen geregelten Tagesablauf haben, regelmäßige Geldeingänge auf meinem Konto verbuchen und natürlich "meine" zukünftige Klasse kennenlernen. Wenn sich seit meinem Besuch im Mai nichts geändert hat (weiß man in Ägypten ja nie), werde ich die Klassenlehrerin der neuen 6. Klasse. Und wer sich mal ein Bild von ihnen machen will, kann sich auf folgender Seite einen Podcast anhören, den die Schüler 2011, also in der 4. Klasse gemacht haben:


Auch wenn man hört, dass es bei einigen noch so manche Sprachschwierigkeit gibt, finde ich es zuckersüß! Und um die restlichen Sprachschwierigkeiten zu beseitigen, ist man dann ja auch da :-)

Ansonsten habe ich beschlossen, mit der Vorbereitung, die ja irgendwie im luftleeren Raum stattfindet, aufzuhören und die letzten Tage wirklich noch als Ferien zu betrachten. Und die verbringe ich größtenteils, so kommt's mir zumindest vor, mit kochen und backen. Gestern dachte ich im Stillen, im nächsten Leben werde ich Köchin ;-) Aber ohne Geld und Auto sind die Beschäftigungsmöglichkeiten doch stark eingeschränkt. Ich will aber nicht jammern, es ändert sich ja bald.

Montag, 8. Juli 2013

Link-Liste

Weil sich bei der Berichterstattung die Geister scheiden (z.B. bei der Frage, ob Putsch oder nicht?) ist man auf relativ neutrale (wenn's das überhaupt gibt) Medien angewiesen. Zwei davon findet ihr rechts. Karim El-Gawhary ist Deutsch-Ägypter, der in Kairo lebt und für die dritten Programme als Korrespondent arbeitet. Hier erfährt man ziemlich zeitnah, was in Ägypten, besonders in Kairo los ist. Der andere Link führt zum Standard, einer österreichischen Zeitung, die uns von der ZfA und Lehrern, die bereits in Ägypten arbeiten, empfohlen wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen Zeitungen berichtet der Standard wohl objektiv und wenig reißerisch. Einfach die Namen anklicken, dann kommt man zur jeweiligen Seite.

Rückblick: Der lange Weg der Arbeitserlaubnis

Im Laufe der Vorbereitung auf die neue Stelle (und Herausforderung) erlebt man nicht nur Schönes. So wurde mir bei meinem Aufenthalt in Alex im Mai schon mal ansatzweise die rosorote Brille abgenommen, nichtsdestotrotz haben die positiven Bilder klar überwogen. Tun sie auch heute noch. Und sie lassen mich so manche Situation überstehen, in der man ganz kurz davor ist, zu sagen, ich bleibe doch hier. Eine dieser Situation durfte ich im Juni erleben, als ich in Berlin bei der Ägyptischen Botschaft war. Aber kurz von vorne.

Bereits im März erhielt ich von meiner neuen Schule Übersetzungen meiner Zeugnisse. Diese sollte ich nun bei der Ägyptischen Botschaft in Berlin legalisieren lassen, damit man damit meine Arbeitserlaubnis beantragen könne. Hey super, ich darf noch mal nach Berlin fahren, Freunde besuchen und bekomme die Fahrt sogar bezahlt. Die Legalisierung an sich kann ja wohl nicht so lange dauern. Weit gefehlt. 

Um die Wartezeit bei der Botschaft im Rahmen zu halten, rief ich also bei der Botschaft an, um einen Termin auszumachen. Der nette Herr am Telefon fragte mich, was ich erledigt haben möchte und klärte mich geschwind auf, dass es so einfach, wie ich mir das denke mitnichten funktioniert. Natürlich. Zunächst einmal sind die Übersetzungen meiner Zeugnisse, auch wenn sie von dem Übersetzer der deutschen Botschaft in Kairo angefertigt wurden, hier überhaupt nichts wert. Die Übersetzung müsste von einem Kollegen in Deutschland angefertigt werden, der nicht nur vereidigt ist, sondern auch noch in einem bestimmten Teil Deutschlands ansässig ist. D.h., wohne ich in Thüringen, darf der Übersetzer ausschließlich in Berlin oder den neuen Bundesländern agieren. Gäbe es also einen Übersetzer, der nur 5 km von mir entfernt wohnt, dürfte ich diesen nicht auswählen, weil 5 km weiter schon Bayern ist. Auf meine - wie ich auch heute noch finde - berechtigte Frage, ob die Botschaft eine Liste mit von ihnen anerkannten Übersetzern hat, erhielt ich - natürlich - die Antwort "nein". Warum? Weil man keine Werbung machen dürfe. Worin liegt die Werbung, wenn man eine Liste mit ALLEN Übersetzern rausgibt?! Und seien wir ehrlich, so viele Übersetzer für die arabische Sprache gibt es auch wieder nicht. Nun gut. Um den Problemen aus dem Weg zu gehen, habe ich einen Übersetzer in Berlin gefunden, der mir die Zeugnisse für einen Schnäppchenpreis von 50 Euro pro Zeugnis übersetzt. Netto. Gesagt, getan! Desweiteren klärte mich der nette Mann von der Botschaft auf, müsse ich Beglaubigungen der Zeugnisse mitbringen. Na, wenn's weiter nichts ist! 

Nun zog sich das alles ein wenig hin, weil ich ja noch auf mein 2. Staatsexamen warten musste, zwischendurch noch in Alex war und der Übersetzer auch ein wenig Zeit brauchte. Zwischenzeitlich kam dann auch die Mail von der ZfA, dass ich für meinen Dienstpass die Fingerabdrücke bei der Ägyptischen Botschaft abgeben kann (die zwar schon beim Auswärtigen Amt abgenommen wurden, aber nicht weitervermittelt werden dürfen) und ich dachte mir, super, kannste gleich alles miteinander verbinden.

Ich also freudig erregt nach Berlin gefahren, ein paar schöne Tage mit Freunden verbracht und am vorletzten Tag zur Botschaft gefahren, bei der ich um 11 Uhr einen Termin hatte.

Zuerst einmal die Fingerabdrücke abgegeben, noch mal Fotos gemacht (sie haben ja erst 8 von mir vorliegen) und nett mit dem Mitarbeiter geredet. Dann zum Thema Zeugnislegalisierung übergeleitet. Der Mitarbeiter nimmt meine übersetzten Zeugnisse, die Originale (die ich sicherheitshalber mitgenommen habe) und die beglaubigten Kopien, schaut sie sich kurz an und verfrachtet mich in den Wartebereich, er müsse erst noch mit einem Kollegen sprechen.

Ich warte also...

Der Herr kommt zurück in den Warteraum und erklärt mir mit einem Lächeln im Gesicht, dass man die Zeugnisse so leider nicht legalisieren könnte. Ich dachte, ich schrei den Laden zusammen... Und warum geht das nicht? Weil man die Übersetzungen erst noch beim Landgericht beglaubigen lassen müsse - man will ja sicher gehen, dass der Übersetzer tatsächlich vereidigt und dazu in der Lage ist - und die beglaubigten Kopien nichts wert sind. Wenn die Botschaft von Beglaubigungen redet, meint sie nämlich nicht die beglaubigten Kopien, wie das normal Fußvolk es versteht, sondern Stempel, die man nur bei bestimmten Behörden bekommt, und die bestätigen, dass es sich tatsächlich um echte, anerkannte Zeugnisse handelt. Mittlerweile war's 11.30 Uhr.

Ich raus aus der Botschaft, Smartphone sei Dank, die Adressen der jeweiligen Behörden rausgesucht und im Kopf überschlagen, ob ich das heute alles noch schaffe. Das Landgericht hat bis 13 Uhr auf, das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten bis 15 Uhr, genauso wie die Botschaft. Mir bleiben also 3,5 Stunden die zwei Behörden aufzusuchen und mir die Stempel zu holen, ausgenommen die Fahrt- und Wartezeiten. Im Laufschritt zur S-Bahn, atemlose Ankunft beim Landgericht. Mit Wohlwollen festgestellt, dass es keine wartenden Besucher gibt und die Sachbearbeiterin sehr nett ist. Die Freude verging mir allerdings, als sie mir erklärte, dass der Stempel 3-4 Tage dauert und man mir die Unterlagen nach Hause schicken würde. Hatte aber den Vorteil, dass ich ab diesem Moment wusste, dass ich mir Zeit lassen kann. 39 Euro bezahlt und ab zur LABO. Auch dort, erstaunlicherweise keine Besucher vor mir und wieder eine sehr nette Mitarbeiterin, die mir jedoch gleich erklärte, dass sie meine Zeugnisse so nicht beglaubigen kann, weil ich vorher einen Stempel der Uni bräuchte, der bestätigt, dass die Unterschriften auf den Zeugnissen auch wirklich von jemanden sind, der dazu berechtigt war. Wengistens gab sie mir gleich eine Adresse und Namen, wo diese Leute der Uni zu finden sind. Leider leider leider gab es aber nach diversen Baumaßnahmen Umzugsaktionen der Uni und dort, wo die zuständigen Leute sitzen sollten, sitzt jetzt die Sekretärin des Landwirtschaftlichen Instituts. Der Fairnesshalber muss man sagen, auch diese Dame war sehr nett. 14.15 Uhr kam ich dann endlich in der richtigen Abteilung der Uni an und konnte mir meine Stempel abholen. Nun habe ich es schwarz auf weiß, dass nicht der Hausmeister und die Putzfrau die Zeugnisse unterschrieben haben und mein Zeugnis nicht gefälscht ist. Was hab ich ein Glück! Und das Ganze hat noch nicht einmal etwas gekostet! Ich also zurück zur LABO, wo man mein Bachelor- und Masterzeugnis mit einem weiteren, 26 Euro teuren, Stempel versah, mich aber gleichzeitig aufklärte, dass man das nur für meine Berliner Zeugnisse machen könnte, das 2. Staatsexamen muss - natürlich - in NRW beglaubigt werden. 

Ich mach's kurz: auch das hat irgendwann funktioniert und mittlerweile sind die Übersetzungen und Originalzeugnisse inkl. 3 Stempel in Ägypten. Ich rechne ja schon fest damit, dass ich bei meiner Rückkehr alle Zeugnisse erneut beantragen muss, weil sie entweder mit den Stempeln nicht mehr anerkannt werden oder gar in Ägypten bei irgendeinem Amt verschwinden. Wundern tut mich da gar nicht's mehr. 

Im Übrigen hat mich (bzw. meine Eltern) der ganze Spaß irgendwas zwischen 500 und 600 Euro gekostet. Ich frage mich immer wieder, wie man das ohne den finanziellen Rückhalt der Familie schaffen soll. Natürlich kann man die Erstattung beantragen, aber von den 130 Euro Eigenanteil mal abgesehen, warte ich noch heute auf die Zahlung des ZfA.

Nebenbei gesagt, zweifel ich sehr daran, dass ich in nächster Zeit eine Arbeitserlaubnis erhalte. Nicht nur wegen der politischen Situation in Ägypten. In dieser Beziehung ist der Sturz Mursis ganz gut, weil wir die Chance haben, dass Ägypten sich wieder auf westlich-denkende, Demokratie-vertretende Lehrer einlässt. Vielmehr glaube ich, dass selbst bei schneller Regierungsfindung die Bürokratie einen langen Atem unsereins fordert. 

Auf geht's?

Man man man, jetzt sind's noch 4 Wochen und 6 Tage bis zu meinem Abflug und beinahe stündlich gibt es neue Meldungen aus meinem baldigen Heimatland auf Zeit. Und auch wenn ich mitnichten ängstlich bin, ist die Meldung über die getöteten Muslimbrüder nicht gerade aufbauend. Obwohl...grad eben habe ich gelesen, dass sich die Salafistenpartei El-Nour zurückziehen will, eben jene, die gegen die Ernennung von ElBaradei waren. Also stünde ElBaradei doch jetzt nichts mehr im Wege. Ein Friedensnobelpreisträger als Führer der Regierung - es gäbe sicherlich schlechtere Möglichkeiten. Nun ja, es bleibt einem nicht's anderes übrig, als abzuwarten, was die kommenden Tage/Wochen noch so bringen. Einig sind sich, glaube ich, alle, dass es auf dem Weg zur Demokratie noch ein paar Mal krachen wird. Und ich wiederhole mich, wenn ich auf den Aufsatz von Emmanuel Todd hinweise, der Parallelen zur Französischen Revolution zieht, die - wie wir alle wissen - auch etwas länger dauerte, eine Diktatur einschloss, bevor man sie als erfolgreich bezeichnen konnte. Für einen kurzen, aber nicht oberflächlichen Überblick gut geeignet:
 
 
Der Blogtitel ist übrigens identisch mit der Blogadresse und heißt nicht's anderes als "Los! Auf geht's!" Es erschien mir, trotz aller Umstände, passend, denn nach wie vor kann ich es kaum erwarten, dass es endlich losgeht.